Wettkampf

Obwohl das Brazilian Jiu-Jitsu zu Selbstverteidigungszwecken entwickelt worden ist , wird es von den meisten Praktizierenden als (Wettkampf-) Sport betrieben.

 

BJJ, ein anspruchsvoller Sport
Das anspruchsvolle Training des BJJ bietet die Möglichkeit Kraft, Ausdauer und Flexibilität zu steigern. Dadurch dass der Trainingspartner die meiste Zeit Widerstand gibt, werden Timing, Balance und Anpassungsfähigkeit abverlangt und gefördert. Diese Aspekte und technisches Können können über Jahre hinweg bis ins hohe Alter weiterentwickelt werden. Das macht es im BJJ möglich noch mit weit über 40 Jahren mit den „jungen, wilden“ problemlos trainieren zu können.

 

BJJ als Wettkampfsport
Auch wenn Wettkämpfe nicht zwingend nötig sind um über Jahre Spaß am Brazilian Jiu-Jitsu zu haben, sind sie doch ein sehr wichtiger Bestandteil. Nur auf der Matte bei einem Turnier zeigt sich welche Techniken und Strategien Erfolg bringen können. Auch findet hier ein gewisser Austausch unter den Wettkämpfern aus der ganzen Welt statt. Jedes Team/Wettkämpfer ist natürlich bestrebt neue Technikvarianten und Positionen zu entwickeln die ihm gegenüber den Kontrahenten einen Vorteil verschaffen können.

Ein sportlicher Wettkampf ist genau reglementiert. Der Kampf kann in der Regel nach zwei Arten gewonnen werden. Hat nach Ablauf der Kampfzeit (5-10 Min.) kein Kämpfer den anderen zur Aufgabe (Submission) zwingen können, entscheidet der Punktestand. Punkte bekommt man durch das Erreichen von bestimmten Positionen.

 

Bsp eines BJJ Punktesystems

4 3 2 -1 1
mount
———
back grab
Passing the guard Take Downs
——
Sweeps
——
Knee on the belly
Penalities Advantages

 

Auch wenn ein Kampf durch Punkte entschieden werden kann ist das primäre Ziel dennoch den Gegner durch einen Hebel – der kontrolliert ausgeführt werden muss, zur Aufgabe zu zwingen. Die Wettkämpfer werden auch in Gürtel- und Gewichtsklassen eingeteilt. Die Gürtelfarben im BJJ sind von Anfänger bis Meister: Weiß – Blau – Lila – Braun – Schwarz

 

BJJ als wichtiger Bestandteil im Freefight oder MMA (mixed marital arts)
Auch beim Freefight dem sog. MMA (Mixed Martial Arts) bildet BJJ eine unverzichtbare Grundlage. Diese Wettkämpfe finden in der Regel in einem Ring oder einem Käfig (Cage) statt.

Das Reglement lässt alle Kampfdistanzen zu, vom Standkampf über den Takedown (Wurf) – bekannt aus dem Ringen oder Judo – zum Bodenkampf. Es sind Schläge, Stöße und Kicks mit Faust, Ellbogen, Knie und Fuß erlaubt.

Diese Art von Kämpfen ist in Brasilien schon seit vielen Jahren populär und durch die Erkenntnis dass ein Kampf mit wenigen Regeln fast immer den Bodenkampf beinhaltet, sind Kenntnisse im Brazilian Jiu-Jitsu unerlässlich.

Durch Veranstaltungen in den USA („Ultimate Fighting Championship“) und Japan („Pride“) ist dieser Sport seit einigen Jahren in sehr schnellem Wachstum. Die Kombination von Kick-/Thaiboxen, Boxen, Ringen und Brazilian Jiu-Jitsu hat sich als optimal herausgestellt und wird von den allermeisten Wettkämpfern auch so trainiert.

In den ersten Jahren dieses Sports (ca. Anfang der 90er) haben die Kämpfer aus dem BJJ absolut dominiert. Dies war dadurch möglich da die meisten Kämpfer aus anderen Stilen nahezu kein Wissen über den Bodenkampf hatten und den ihnen unbekannten Techniken gnadenlos ausgeliefert waren.